Team Brückenbauer

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Gemeinsam ans Ziel, machen Sie mit!

Ins Handeln kommen hilft, bestätigen alle, die sich als Bürgerinnen und Bürger im Brückenbauer-Büro engagieren. Aktuell besteht das Team aus ca. 20 Aktiven. Auf ein Wort mit Olaf Schüttler, Stephanie Tilsch, Manuela Lex, Claudia Nockemann, Bergita Unteregger und Frank Pütz. Jede und jeder hat eine eigene, spannende Geschichte - und Motivation.

So Olaf Schüttler, der nur sechs Meter oberhalb der Bedarfsumleitung „Im Grund“ wohnt. Beim Interview-Termin Mitte November ist ihm Entspannung anzumerken. „Die dreifach verglasten Fenster, die wir als Anwohner beantragt und auch bekommen haben, wurden heute noch einmal nachjustiert und es ist jetzt viel ruhiger“, freut er sich. Auch für diese Fenster hätte es ohne bürgerschaftliches Engagement die nötige Gesetzesänderung und damit die Förderung vom Bund nicht gegeben. Ein Teil-Erfolg von vielen, die es bereits gab. Vorher klirrten bei manchem Lkw die Gläser im Schrank der Schüttlers, sie haben bereits ihr Schlafzimmer weg von der Straße verlegt. Durch sein Engagement – er hat gemeinsam mit den Nachbarn u.a. viele Plakate geklebt und beim Treffen mit Vertretern der Logistik-Branche seine Situation geschildert - erhofft sich Olaf Schüttler noch einiges mehr. „Ich engagiere mich für das Brückenbauer-Büro, weil ich denke, dass wir dadurch sehr viel bewegt kriegen. Jeder Lkw, der weniger durch Lüdenscheid fährt, hilft uns!“

„Das Arbeiten in diesem Team macht so viel Freude, dass es wirklich eine Bereicherung ist. Und darüber hinaus haben wir auch schon Erfolge erzielt, auf die wir, denke ich, sehr stolz sein können. Wir sind ja gerade dabei, dass wir den Schwerlastverkehr aus der Stadt bekommen, dass die Lkw, die nicht für die direkte Versorgung benötigt werden, Lüdenscheid umfahren. Das wäre schon ein riesiger Batzen, der uns von den Schultern genommen werden kann“, sagt Stephanie Tilsch. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen sich anschließen und uns unterstützen“, so Frau Tilsch, die sich auch für sich selbst als Bürgerin einsetzt, um ihre gesamte Stadt wieder lebenswerter zu machen. Nicht zuletzt, damit auch Pflegedienste wieder besser durchkommen. Und sie selbst, falls ihr Vater sie mal schnell braucht.

Stephanie Tilsch fasst in diesem Video die aktuellen Ziele und Erfolge des Teams Brückenbauer zusammen:

Auch Manuela Lex ist engagierte Bürgerin. Warum? „Vor allem auch aus beruflichen Gründen. Ich leite die Familienbildungsstätte der Arbeiterwohlfahrt. Jeder weiß, wie es nach zwei Jahren Pandemie bei den Kindern aussieht, gerade in bildungsfernen Familien. Aber wir erreichen sie nicht mehr. Es sind 70 Prozent der Kontakte weggebrochen, weil es zu viele Barrieren bedeutet, zu uns in die Innenstadt zu kommen. Ich hoffe dass wir die Stausituation so verbessern können, dass sich die Familien wieder auf den Weg machen, wir mehr für sie tun können!“ So viel hat sich schon versucht, hat Angebote in den Stadtteilen eingerichtet. Aber auf dem Weg dorthin stehen auch sie und ihre Mitarbeiterinnen im Stau, Arbeitszeit verpufft.

Claudia Nockemann schildert diese Situation noch dramatischer und möchte umso mehr die Freiheit auf Engagement nutzen, die ihr in Deutschland zum Glück zusteht. Zur persönlichen Situation: Nicht nur, dass sie schon 40-Tonner durch ihr enges Wohngebiet am Dickenberg hat fahren sehen. Sie nimmt auch in Kauf, dass ihr Weg zurück von der Arbeitsstelle in der Stadt gern doppelt und dreimal so lang dauert wie zuvor. Womit sie sich aber nicht abfinden kann und will, ist, dass sie nicht mehr einfach zu ihrer an Demenz erkrankten Schwiegermutter fahren kann, wenn sie muss. „Sie wohnt hinter der Umleitungsstrecke, ich pflege sie und gebe ihr täglich ihre Medikamente. Es ist schon vorgekommen, dass sie uns weinend anrief, weil sie keinen Schlüssel hatte. Dann brauche ich aber eine halbe Stunde und mehr, um dort zu sein. Ich höre ihre Verzweiflung über die Freisprechanlage im Auto, kann aber nicht schneller zu ihr. Was, wenn mal ein Notarzt nicht durchkommt?”

Indes erlebt Bergita Unteregger ihre Kollegen an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule dermaßen am Limit und die Schule derart belastet, dass sie unbedingt mitmachen musste. “Es wohnen fast 2/3 der Lehrer außerhalb von Lüdenscheid. Manche fahren um fünf Uhr morgens los und sind trotzdem nicht pünktlich.” Dass es mittlerweile eine neue Abbiegespur gibt, die auch für einige ihrer Kollegen die Situation von der A45 runter ein wenig entlastet, ist einer Bürger-Idee entsprungen. Handeln hilft.

Eben wegen dieser vermeintlich kleinen, aber vielen Erfolgsgeschichten, die es bereits gibt, hat Frank Pütz sich entschlossen, im Bürgerbüro mitzumachen. “Das ist für mich die richtige Art und Weise, mit dem Problem des Lkw-Verkehrs in der Stadt umzugehen”, sagt der Lüdenscheider. Übrigens: Er wohnt nur 80 Meter unterhalb der Rahmedetal-Brücke und damit direkt an der Baustelle.

Tenor aller engagierten Bürger und übrigens auch der Logistiker aus Lüdenscheid und Umgebung, die zahlreich zum Treffen im Oktober kamen: „Wir müssen mehr und gemeinsam lauter werden, weil wir alle in diesem Boot zusammen sitzen. Wir können etwas erreichen, seien auch Sie dabei!”